Kurz und knackig

Fritsch Gerhard über seinen Roman

Die Geschichte spielt zu Anfang der 1950er Jahre auf einem verfallenden Schloss am Rande des Marchfelds dort wo die Donauauen in die Felderlandschaft übergehen. Was ich mit diesem Roman beabsichtigt habe:

  • 🎯 Storytime
    • Spannung aus dem tragischen Konflikt einer kleinen Gruppe von Menschen verschiedener sozialer Klassen und Generationen.
  • 💣 Konfliktbilder
    • der “alte” Weg vs. die “jungen” Unternehmer
    • Klein-Adelige vs. Bürgerliche
  • 🕍 Symbolbild Jagdschloss
    • Das marode Marchfeldschloss Schwarzwasser als Symbol für Österreich und seine Kräfte darin.

Alles in allem ein Kampf zwischen medienwirksamer Titeljagd nebst Geltungsdrang und dem Wunsch nach Ruhe bzw. dem “Vergessenwerden”.

Exkurs zur Zeit der Handlung

Die Stimmung in Österreich Anfang der 1950er Jahre war geprägt von gemischten Gefühlen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurde das Land zunächst in vier Besatzungszonen aufgeteilt und von den Alliierten, also den USA, der Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich, verwaltet.

Es gab eine allgemeine Stimmung der Erleichterung darüber, dass die Kriegshandlungen vorbei waren. Gleichzeitig herrschte jedoch auch eine gewisse Verzweiflung über die Zerstörung und den Verlust von Leben, die der Krieg mit sich gebracht hatte. Viele Menschen waren obdachlos geworden und es gab einen großen Mangel an Lebensmitteln und anderen Gütern.

Der Wiederaufbau war eine zentrale Aufgabe in dieser Zeit. Es bestand ein starker Wunsch nach Normalität und Stabilität, aber auch nach einer klaren Abgrenzung zur nationalsozialistischen Vergangenheit. Es gab Bestrebungen hin zu mehr Demokratie und Freiheit.

Gleichzeitig prägte die Angst vor einer möglichen Expansion des Kommunismus und damit verbundenen politischen Unsicherheiten das Leben vieler Menschen. Die Erinnerungen an den Krieg waren noch frisch und es herrschte eine gewisse Skepsis gegenüber den Besatzungsmächten.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Stimmung in Österreich Anfang der 1950er Jahre durch Hoffnung auf einen Neuanfang, aber auch durch Unsicherheit und Angst geprägt war.

Kapitelübersicht

1. Dr. Mehlmanns Seele

  • Der aufstrebende Wiener Lustromanschrreiber Dr. Herbert Mehlmann fährt mit seinem Freund Petrik mit einer Kutsche in das Donau-Auengebiet zu einem “alten Jagdschloss in Schwarzwasser”
    • Besitzer des Anwesens sind die verarmte Adelsfamilie Suchy-Sternberg

Trivia - Mehlmanns Weltbild

  • Weisheit aus der Militärzeit:
    • Alle Untergebenen werden als “Josef” angesprochen
    • Der Kutscher, der Mehlmann und Petrik zum Schloss bringt, ist demnach ein “Josef” wie er im Buche steht.
  • Schwarzwasser erinnert Mehlmann an die Zeit im Krieg, als sie sich von den Russen im Sumpf versteckten und die Explosionen um sie herum die Frösche und Unken zum Schweigen brachten.

2. Ausgestochene Augen

Hinein in das Schloss 🏰

  • Baronesse Jutta Suchy-Sternberg heißt ihre Gäste willkommen
    • Noch bringt sie es nicht fertig, Dr. Mehlmann ob der näheren Beziehung durchgängig mit “Herbert” anzusprechen, besonders zu Hause. Aber es wird mit der Zeit.
  • Die Portraits der Ahnen wurden alle von deren Augen bereinigt.
    • Man hat sich vom Anblick der hohen Herren und Damen beleidigt gefühlt…oder so ähnlich die Vermutung, weshalb die Sieger von 1945 so etwas gemacht haben.

Der alte Baron Suchy-Sternberg

  • Der alte Suchy-Sternberg, damals nach seiner Zeit als Major in der k&k-Armee als Verwalter nach Schwarzwasser bestellt,
    • Hohes Engagements und entsprechend beliebt bei der Schlossherrin
    • Das Jagdschloss wird ihm später vermacht.
  • Das Schloss ist in einem maroden Zustand,
  • Idee zu einem Epos: Moos auf den Steinen
    • Der Baron versuchte, die Geschichten der Vergangenheit zu fassen, doch schaffte er es nur bis zum Titel.

Awkward Modeschau in den Schlafgemächern

  • Herbert Mehlmann möchte seiner Jutta Suchy-Sternberg eine Freude bereiten und schenkt ihr gelbe Bluse mit schwarzer Samthose.
    • Im Buch Top, Real eher Flopp
      • Trotz seiner detaillierten romantischen Darstellungen in seinen Romanen verhält er sich in Sachen Annäherung sehr tollpatschig und verschreckt Jutta für einen Moment.
      • SEIN Drehbuch ist dahin, sie macht nicht was er will!!!!!
    • YOU want a show? I’ll give you a show!
      • Nach ein paar betretenden Momenten entschließt sich die Beschenkte doch dazu, ihrem Verlobten eine kleine Modeschau zu liefern
        • Schwarz-Gelb → Altes Symbol im neuen Anstrich
          • klare Anspielung auf das alte Kaiserreich Österreich
        • Herbert ist zufrieden, sein Drehbuch / Projekt läuft weiter in eine gewünschte Richtung.
          • Adelstitel und Schloss sind zum Greifen nah!
        • Jutta gehorcht seinen Wünschen und schminkt sich sogar.
          • Mehlmann triumphiert - Die anfängliche Niederlage ist überwunden… Niederlage? Ach was, sie ist niemals da gewesen!!!

3. Die Welt - traurig und schön (侘び寂び)

Flucht ins Kartoffel-Feld 🥔

  • Jutta unterstützt Karli den Kutscher und Jugendfreund auf dem naheliegenden Acker.
    • Manchmal ist die einfache harte Arbeit halt doch angenehmer als zu viel Stress und zu viel denken.
      • Karli merkt an: weglaufen kann man für eine Weile, dennoch nie aus seiner eigenen Haut!

Mehlmann und Petrik - ein Morgenrapport

  • Petrik in seinem Zimmer, das Gemälde der Nymphe hat ebenso ausgestochene Augen, die des dunkelhäutigen Räuber sind unversehrt
    • Die Gerechtigkeit des Siegers: nicht alle Augen werden bestraft
    • Thema Beute: sie will nicht nur betrachtet sondern auch mitgenommen werden.
  • Ebenso am Morgen: Herbert sucht verzweifelt nach Jutta und zeigt seine tyrannische Seite
    • Gedankenrattern: witzig, diese weibliche Psyche.
    • Am Abend alles klar, am nächsten Morgen dann Prüderie!!!
      • Backfischkomplexe, die der Mehlmann nicht gerne sieht und noch austreiben wird!!!

Das gemeinsame Mittagessen

  • Petrik und der Grundsatz des Soldaten: bloß nicht auffallen und beobachten, wie sich das Gegenüber am Tisch verhält.
  • Mehlmann ist entsetzt.
    • JUTTA WAR ERDÄPFELGRABEN!? Mit diesem Josef-Kutscher? Wie WÜRDELOS!!!
      • Baron Suchy lenkt ein: was heißt schon Würde? Man hat sie oder hat sie nicht. Punkt!
        • Es gibt große und mächtige Menschen, die haben keine, haben nie eine gehabt.

        • Es gibt arme Teufel, Häusler und Straßenkehrer, die haben eine Menge davon.

        • Beim Erdäpfelgraben hat noch keiner seine Würde verloren, aber mancher schon zurückgewonnen!

          • entschärfender Einwurf von Petrik
            • Im Krieg haben wir alle Kartoffel ausgegraben, selbst der Mehlmann.

🤑 Pitch Numero Uno

  • Herbert Mehlmann versucht alles, um die Anwesenden zum Projekt “rettet Schwarzwasser” zu überzeugen.
  • Es ist quasi ein sicheres Geschäft - Radiostationen aller Bundesländer vereinigt euch. Spendenaktionen und Kontakte werden alles richten.
    • Suchy und Jutta so: Moooment mal Junge, hast DU uns vorher mal um ein Okay gefragt, bevor du mit deiner Kampagne startest? Schließlich wurde schon aus eigener Kraft um eine Lösung gerätselt:

      • Es gab schon mehrere Ansuchen zur Rettung und Pflege eines denkmalgeschützten Gebäudes → im Ranking leider ganz weit unten. Da gibt es genug andere Projekte, die jetzt schon unterfinanziert sind.

      • Wohnheim für Jugendliche? → Nicht zumutbar, weil Strom und fließendes Wasser fehlen. 🚱📵

      • Unterkunft für Heimkehrer → zu weit weg von der Infrastruktur oder Arbeitsmöglichkeiten.

      • Alles in allem: Schloss Schwarzwasser ist ein Ort für jene, die nirgends dazupassen und langsam in Vergessenheit geraten sollen bzw. wollen.

        • Alles wird einfach verfallen und mit der Zeit verschwinden. Klingt traurig, ist aber so.
    • Herbert Mehlmann ist innerlich entsetzt: so einfach werd ich MEIN zukünftiges Erbe nicht aufgeben!!!

  • Baron Suchy schätzt Herberts Engagement, ist wegen der Marktschreierei etwas pikiert.

Spaziergang später gegen Abend

  • Petrik und Suchy gehen zufällig gemeinsam ein Stück den Waldrand entlang.
    • Kurzes Gespräch über die Skulptur von Äneas und Anchises, die da im Schlosspark vor sich hinvegetiert.
    • Petrik imponiert den Baron mit seinem taktvollen Auftreten und Wissen, obwohl er sich eher als Schatten von Mehlmann fühlt.
      • Petrik im Deprimodus: Als Schatten und Gast also eine Null vor dem Baron…ein Null Komma Petrik sozusagen. 😥
  • Auf dem Weg zurück zum Schloss trifft er auf Jutta am Waldboden; er reicht ein Taschentuch zum Saubermachen
    • Jutta fühlt sich etwas awkward, borgt sich das Tuch aber aus Höflichkeit aus.
      • Petriks Gedanken nach der Retournierung: Es fühlt sich noch immer “kalt und fremd” an…

4. Die leere Mitte

  • Albträume suchen Petrik heim, das wars mit der schönen Landschaft!

    • In einem PTSD-wahnartigem Kriegsgewirr schleppt er den alten Suchy über Feldwege und Gassen entlang
      • Petrik und Suchy kostümiert als Äneas und Anchises - Suchy auf seinen Rücken
      • Der Alte lacht, während beide tiefer und tiefer in das Sumpfgebiet vordringen und versinken.
  • Michael Petrik wacht wieder auf und macht sich an die Lektorierung von Mehlmanns neuestem Roman “Die schmutzigen Schuhe”

    • Ein meisterhaft erotischer Roman.
      • So gesehen nichts neues, Formulierungen sind jedoch pointiert und geben der Leserschaft das gewisse Etwas. Mit Werner Mehlmann in der Hauptrolle!
      • Es wird sich gewiss verkaufen!
    • Null Komma Petrik ist halt da, um die kleinen Satzzeichen zu setzen und ein paar wenige klobige Formulierungen zuzuspitzen.
  • Wie wäre es mit einer Affäre mit Jutta, das wäre doch was?

    • Dem Original Herbert Mehlmann mal ordentlich vor dem Kopf stoßen, das wär’ doch was?
      • Ne, was soll das schon bringen?
      • Der Mehlmann wird sich schon sein Drehbuch zurechtgelegt haben.
  • Suchy spricht sich mit Jutta ab:

    • Vielleicht ist es ja doch eine Überlegung wert, dem Vorschlag von Mehlmann zu folgen?

Ein geschichtsträchtiger Spaziergang

  • Später nach dem Essen: Suchy schlägt einen Spaziergang zur Donau vor.

    • Mehlmann kommt recht aufgetakelt daher: ein wahrer Gutsherr österreichischer Art / Jutta kommt im geschenkten Aufzug… jawohl, es läuft weiterhin alles gemäß dem Drehbuch!
    • Petrik und Suchy eher unauffällig gekleidet und mit gemischten Gefühlen…
  • Warum das Schloss seinen Namen bekam

    • Auf dem Weg zur Donau geht es durch einen dunklen Wald.
      • Jutta ist begeistert, Herbert fühlt sich beengt (“Wenn das alles mal mir gehört, wird mal ordentlich aufgeforstet!!!“)
    • Es gibt unterwegs zur Donau noch einen Wasserarm, der komplett schwarz wirkendes Wasser führt, gesäumt von Schilf und Seerosen
    • Suchy lädt zur Bootsfahrt ein Richtung Staudamm
      • Am Staudamm ergreift Suchy das Wort:
        • Früher war alles prunkvoller und ansehnlicher, vergleichbar mit Canalettos Schloßhof
        • Noch früher war hier Carnuntum, die Grenze zwischen der alten und neuen Welt…
          • ob den damaligen Bewohnern bewusst war, wo sie der kaiserlicher Typ bzw. das Gesicht auf deren Münze angesiedelt hatte?
      • Jutta: HIER ist die leere Mitte!
      • Petrik: Hüben wie drüben war alles Österreich!
      • Mehlmann: Wir werden die leere Mitte neu befüllen!
        • Die Geschichte von Suchy rund um Schlossname und Historie werden sich da super verkaufen.

Back to Blackwater Castle

  • Love is in the Air Jutta und Petrik kommen sich im Dunkeln immer näher

    • Ich will sie, sie will mich, das weiß sie, das weiß ich, nur Mehlmann mein Freund, der weiß es nicht.
    • Sie fallen immer weiter von der Wandergruppe zurück. Michael und Jutta gehen Arm in Arm immer langsamer. 以心伝心-Moment
  • Seal the Deal Suchy indessen ist mit Mehlmanns Plänen einverstanden und sichert ihm alles zu

    • Mehlmann ist begeistert: endlich wird er Schlossherr!
    • Pläne und Ideen werden präsentiert (vgl. Projekt Nockalmjuwel)
      • Jawohl! Festspiele, Grundsanierung, Kulturmittelpunkte

      • Jeder Radiosender, jede Rundfunkanlage soll Schwarzwasser bekannt machen als DIE kulturelle Drehscheibe Österreichs auf der Größe Leopoldskron. Suchy-Sternberg wird der Superstar 🤩

        • Suchy fühlt sich unbehaglich 😮‍💨
          • Ich bin mir nicht sicher, ob auch die anderen gemütlichen Nachbarn hier diesen Trubel teilen möchten.
            • Einige sind hier genau wegen der Ruhe hergezogen.
          • Und ich bin nicht sicher, ob ich von allen Leuten gekannt werden will. Jene, die mich kennen wollen, kenn ich ja auch.
    • …wo sind eigentlich Petrik und Jutta? Ach egal die werden schon auftauchen.

Abendmahl - Höhen und Tiefen

  • Köchin Kathi ist überrascht von der Partystimmung…sie hat eigentlich das Gegenteil erwartet.
    • 50 Jahre lebt sie schon auf Schloss Schwarzwasser, da gab es noch einen richtigen Adel.
  • Happenings von Kathi:
  • Die drei Herren in verschiedener Abendgarderobe und Essgewohnheiten.
    • 🍖🍖🍖 Mehlmann superhungrig und supergierig.
    • 🍖 Suchy eher zurückhaltend und gibt Petrik Teile seines Bratens ab.
    • 🍖🍖 Petrik, eigentlich sehr bescheiden im Essen, hat auch einen sehr ausgeprägten Appetit.
  • Jutta betritt den Raum mit Melanie Suchy-Sternbergs prunkvollster Garderobe.
    • Das ist sehr ungewöhnlich, denn Jutta hat sich bislang immer vor dem Schrank mit den alten Klamotten gedrückt…nun trägt sie eine Gewandung, die schon 40 Jahre im Schrank versteckt blieb und selbst von Mutter Melanie nur zu sehr seltenen Anlässen aufgetragen wurde.

Trinksprüche

  • Man stößt mit einem uralten Tokaji an (Anspielung auf Österreich-Ungarn?)
  • Es kommt zu verschiedensten Trinksprüchen je nach Persönlichkeit
    • Suchy: An seine Jutta und zukünftigen Schwiegersohn Herbert

      • Bleibt anständig und habt eine gute Zeit.
      • Macht Schwarzwasser wieder flott!
      • Bleibt euch treu und verstellt euch niemals!
      • Nastrovje!
    • Petrik schließt sich an

      • Ich bin hier nur ein Außenseiter, aber bravo für die gute Rede Suchy!
        • Im Kopf eher so: Jutta wird heute noch von mir geküsst!!!
    • Jutta: Mehlmann ist der neue Reeder und wird Schiff Schwarzwasser wieder flott machen.

      • Er wird schon sehen, was er für einen Handel eingegangen ist, verehrte Innen- und Außenseiter 😉 Scherben, nichts als Scherben 🤪
    • Mehlmann: Jutta Kind, du bist betrunken! Was redest du da gerade zusammen???😲

      • Jutta: Hochgeschätzter Bräutigam und Universalerbe.
        • Sieh dich vor! Das nächste Glas Wein wird deinen Kopf erwischen, wenn du nicht aufpasst!
      • Suchy: Mensch Jutta, geh bitte zu Kathi und schau, dass du ihr in der Küche hilfst!
        • Sorry Herbert, sie ist wegen all dem Stress etwas empfindlich geworden.

Zapfenstreich

  • Jutta kommt zurück und möchte nun eine Modeschau mit Petrik und Mehlmann machen…jetzt schauen wir einmal, welche Schätze der alte Kleiderschrank birgt!!!

    • Petrik → wird ein ungarischer Husar mit ganzer Montur
    • Mehlmann → Es gibt da ein altes Kleid von Tante Anna!
      • Wütende Beschwerde: Ich bin doch kein Kümmeltürk.
        • Weib! Geh und schlaf deinen Rausch aus, wenn du dich so aufführst!!!
  • Ein Gewaltakt von Mehlmann sorgt für ein abruptes Ende der Abendveranstaltung.

    • Jutta und Suchy ziehen sich zurück
    • Die beiden Männer bleiben im Kleiderschrank

5. Ehre dem Vater und dem Sohne

Eine interessante Begegnung

  • Sovjet-Soldat Wassilij und ein überraschter Petrik begegnen sich im Wald nahe beim Schloss.
    • Man findet zwar keine Worte, man versteht sich dennoch.
  • Wassilij ist verwundert: Warum gehen die Schlossbewohner in diesem Land so achtlos mit ihren Ressourcen um, es liegt alles achtlos herum…

Kathis Kirchenbesuch ⛪

  • Köchen Kathi besucht indes die heilige Messe in der nächstgelegenen Kirche…wenn es sein muss auch bei Wind und Wetter.

  • Treffen mit Frau Bauer beim Grab ihres Mannes.

    • All diese Energien, die man aufbringen muss, um auch für die armen Ungläubigen zu beten.
    • Der verblichene Ehemann war einfach zu fleißig und hat sich beim Hausbau einfach übernommen. Er war zwar nicht so gläubig, aber ihm kann man das verzeihen.
  • Kathi murmelt Fürbitten

    1. Man schütze den Baron
    2. Den jungen Petrik
    3. Und schlussendlich auch den Dr. Mehlmann
    4. Dass Jutta ja nicht in Versuchung geführt wird
  • Ehre sei dem Vater und dem Sohne, Amen, Amen.

Ein Gespräch in der Bibliothek

  • Suchy derweil wieder bei seinen Schreibversuchen von “Moos auf den Steinen” - sein “Zimmer” ist seit jeher die Bibliothek des Schlosses

    • Erinnerungen an einen Offizier Petrik damals bei der Armee…so ein bescheidener junger Mann - so viele Parallelen zum heutigen Petrik…
    • Die Ideen der alten aber guten Generation: Vielleicht kann das Werk ja episodenhaft zusammengeschrieben werden?
    • Eigentlich benötigt es Lux-Lichtblau, den alten Kollegen.
  • Mehlmann betritt imposant das Zimmer von Suchy, der versunken in seinen Gedanken erst später auf ihn aufmerksam wird.

    • Mehlmann bewundert Suchys massive Notizmengen für sein geplantes Werk
      • Suchy in Gedanken…ich hab zwar keinen Überblick über meinen “Handapparat”, ein Mehlmann findet sich als Charakter im Gegensatz zu Petrik definitiv nicht.
      • Das Projektheft vom Moos auf den Steinen wird auch diesmal leer bleiben.
    • Suchy bittet: Come on, Herbert. Jetzt entschuldige dich endlich bei Jutta
      • Mehlmann so: ICH? Mich entschuldigen? Selbst wenn ich es wollte, ich hab sie heute nicht gesehen.
      • Suchy: Jutta ist mir noch wichtiger als Schwarzwasser, sieh dich also vor!
      • Mehlmann: Ist schon gut. So für die nächsten Pläne muss ich telefonieren fahren. Bitte hol mir diesen Josef-Bauern, dass er mich hinkutschiert!

Der Keller der Vergangenheit

  • Michael und Jutta besuchen gemeinsam die Ruinen rund um das Schloss
    • Alles wurde böswillig niedergerissen und gebrannt, zuerst durch die Deutschen, dann durch die Russen.
    • Auch Jutta wäre verschleppt worden, wäre da nicht der Knecht Jaro gewesen, der sie vor den Häschern schützte und am Ende mit seinem Leben dafür bezahlte.
    • NIEMAND wird die Toten und den Glanz von Schwarzwasser wieder lebendig machen, nicht einmal ein auktionslustiger Mehlmann 😭
  • Petrik versucht sich an ZK-094-PSY-Erinnerungen - Gute alte Zeiten™️ zwischen Hindsight und anderen Verzerrungen
    • Jutta, ich werde diesen Keller für dich versiegeln und in eine neue Zukunft führen!

Wassilji und der Hirsch

  • Die Spur vom Hirschen verliert sich am schlammigen Ufer der Schwarzwasser Bucht
    • Der Brunftschrei des Hirschen erfüllt den Wald - er ist das letzte Exemplar, keine Kuh wird seine Schreie hören.
  • Der Hirsch setzt sich in Richtung Wassilji in Bewegung
    • Perfekte Bedingungen für einen Fangschuss, doch der Abzug wird nicht durchgedrückt.
  • Dem Hirschen gelingt die Flucht
    • Ehre angekratzt - Jedem Rookie wäre der Treffer gelungen!
    • Oberleutnant Wassilij, der sogar die Befreiung durch die Bauern und Arbeiter Armee in Berlin miterlebt hat, gelingt es nicht!
      • War es die Landschaft, die ihn an seine Heimat erinnerte und deswegen zögern ließen?
  • Suchy beobachtet das Schauspiel aus der Ferne, während er seinen Abendspaziergang unternimmt.

6. Modo Austriaco

Der Sachverständige kommt

  • Josef Bauer kutschiert den Sachverständigen Dr. Wöber zu Schloss Schwarzwasser.

    • Von außen hin macht er einen sympathischeren Eindruck als Mehlmann
  • Wöber beginnt sogleich mit ersten Analysen

    • Baustile hier, Zerfall da, Schlossbesatzung sehr spärlich, man darf sich selbst ankündigen - auch spannend 😅
    • Unterkunft und Verpflegung dennoch okay 👍
  • Trotz der Sache mit Jutta und Petrik versucht Mehlmann eine professionelle Tour mit Wöber

    • Die Gruppe stößt auf die Gruft mit einer Ansammlung von Särgen aus Stein, Kupfer, Eisen, Zinn
      • 37 Stück mit verschiedenen Materialien, viele Kindersärge, Überbleibsel der vorangegangenen Traussnitzer Schlossbesitzer bis vom 18. Jahrhundert bis 1866
        • Juttas Vorfahren, denkt sich Mehlmann vermeintlich.
        • Alle Toten nach 1866 wurde bei der Hofkapelle bestattet - darunter auch Melanie, denkt sich Suchy dazu.
      • Mehlmann findet einen besonders schönen Sarkophag von einem gewissen Franzcus Achilles
        • Auf wildem barocken Latein wird er geehrt, betrauert, hochgelobt
        • Gegen die Türken und Preußen gekämpft, blablabla, fortissime ac pietissime.
          • tapferst und demütigst / welch ein Widerspruch
        • Der Herr sei seiner Seele gnädig, so wie auch er, modo Austriaco, gnädig im Leben war. - Der österreichische Weg also…
      • Blick auf die Wand mit großem Holzkreuz - jedoch fehlt der Gekreuzigte
    • Mehlmann wird vom Tod umgeben - so viele Tote Kinder
      • Die Welt der Lebenden wird auf jener der Toten erbaut
      • Die Erde ist hohl!
  • Die Nacht bricht herein, Dr. Wöber analysiert noch einmal die Situation

    • Schwarzwasser, welch Orgie des Patriotismus
    • In Wien stehen noch dutzende Gebäude und Bahnhöfe in Trümmern, und der Mehlmann spricht von Betoninjektionen in ein Bauwerk, das kurz vor dem Zusammenbruch steht und nun mit Gewalt am Leben erhalten werden soll.
    • Wie berechnet man Gruseligkeit eigentlich mit der Honorarnote?

Petrik und Jutta auf Abwegen

  • Beide treiben sie die March entlang, frühstücken von dem, was Jutta von Kathi gestohlen hat.

  • Diskussion darüber, wie es mit den beiden weitergehen soll… könnte man ohne weiteres zurückkehren?

    • Petrik erinnert sich an den Spruch seines Kommandanten: Wir treiben hier einsam in der Donau, der Rest ist Gestein am Flussgrund
    • Ob man auf die andere Seite schwimmen könnte? - Es wird eine Sache vermutet wie in ZK-061-PSY-Phänomenologie der Migration
      • Die Jungen mögen vergnüglich Fußball spielen,doch der Wachposten wird dennoch das Feuer auf die Fremden eröffnen.
      • Nur die Zugvögel sind frei im Reisen.
  • Die Nacht führt die beiden zu einer Schilfhütte

    • Die glühenden Zigaretten fügen sich ein in das Funkeln der Sterne und Leuchtwürmchen

Mehlmann wird unrund

  • Hartes Urteil von Wöber - so 1-2 Millionen dürfte die Sanierung schon kosten

    • Ungeschriebenes Gesetz - sagt der Architekt 2, meint er eigentlich 3…
  • Mehlmann kämpft mit sich - so viel Geld für dieses Schloss?

    • Um dasselbe Budget könnte man sich auch in Wien ein Haus mit 25 Wohnungen kaufen.
  • Jutta geht im fremd und der Mehlmann wird von dem Gemäuer verhöhnt - weshalb kümmert er sich überhaupt um diese Bruchbude?

    • Unterredung mit Baron Suchy - Es war ein Fehler, diesen anarchistischen Quertreiber von Petrik mitgenommen zu haben.
  • Suchy etwas peinlich berührt…er hatte die Romanze mit Jutta und Petrik schon vorhergesehen…hätte er es verhindern können/sollen? Wie sollte er diese Sache wieder geraderücken?

    • Mehlmann ruft von einem großen Skandal…Menschen sind alle irgendwo Gesinde.
      • Ein Skandal ist am Ende des Tages auch nichts anderes als der Versuch der Menschen, aus den Tretmühlen des Alltäglichen zu fliehen, ein Versuch, sie selbst zu sein, wenn auch nur für einen kurzen Moment.
    • Auch der gleichnamige Kommandant hat schon in Galizien einen Skandal heraufbeschworen, arme Petriks.

7. Unter dem Trommeln des Regens

Zwischen Umbaugesprächen und Rachegedanken

  • Wöber und Mehlmann tauschen sich intensivst aus, Zimmer für Zimmer
    • Wöber: Schön und Gut, aber erstens zweitens drittens müssen diese und jene Punkte beachtet werden
    • Mehlmann: Könnten wir nicht sofort mit dem Umbauen anfangen?
  • Nebengedanken zu Jutta und Petrik mit Ähnlichkeit zu ZK-034-POL-Tyrannis als problematischste Staatsform
    • Jutta werde ich verprügeln und in den Keller, in die Gruft sperren, damit sie ihre Lektion lernt!
    • Petrik werde ich umgehend rauswerfen und dafür sorgen, dass er nie mehr irgendwas publizieren kann!

Mehlmann “stellt” die Übeltäter

  • Jutta und Michael wissen, die Rückkehr wird alles verändern

    • Jeder Schritt Richtung Schloss bedeutet einen Schritt mehr Schwere, aber beide sind gefasst.
  • Mehlmann steht bereits in den Startlöchern

    • soso, die beiden Täubchen kommen einfach so durch den Garteneingang und verabschieden sich auch herzlich, so als wäre es die normalste Sache der Welt!?

      • Er könnte beide sofort stellen, wartet aber ab und “besucht” sie doch lieber einzeln.
    • Bei Jutta: Seine Anschuldigungen stoßen auf taube Ohren. - Er benehme sich wie ein letztes Schwein 🐖

      • Mehlmann schnappt sich ihre Arme und fordert den Schwur zur Treue - warte du nur! Deinetwegen werde ich extra noch zum Schwein!!!!
        • Jutta erinnert sich an die Besatzer in der Kindheit und schweigt - jedes Widerwort würde ihn stärker machen.
      • Bei einem unachtsamen Moment entflieht Jutta dem Griff, Mehlmann flüchtet.
        • Die Braut wünscht ihrem Zukünftigen den Tod
    • Bei Michael Petrik: Ein niedergeschlagener Herbert Mehlmann betritt den Raum, wirft sich auf das Bett und fängt an jämmerlich zu quängeln. - Petrik bleibt emotionslos

      • 😡 Du bist schuld, dass Jutta so zickig ist - du hast sie gegen mich aufgesetzt!
        • 😒 Das hast du dir selbst anzukreiden! Dein ganzes Gutsherrengetue stößt nicht unbedingt auf Sympathie.
      • 😡 Warte du nur! Ich werde dich in Wien unmöglich machen, sodass du deinen Posten verlierst!!!
        • 😒 Bitte, mach du nur. Mein Posten ist eh ein schlechter! Schlimmer kann es eh nicht gehen.
      • 😡 Ich sorge dafür, dass du nie mehr etwas publizieren kannst!!!
        • 😒 Oh, wie schlimm. Tu, was du nicht lassen kannst!
      • 😰 Warte, was kann ich dir geben, dass du Platz machst? 1000, 2000, oder machen wir gleich 3000 bar auf die Hand? Weißt du was? Dazu verschaff ich dir eine super Anstellung, bei der du deine Karriere durchstarten kannst! Geld und Posten, wäre das nicht perfekt für dich?
        • 😒 Verschwinde bitte aus dem Zimmer.
      • 😓 Du willst mich aus meinen Räumlichkeiten werfen? Was für eine verquere Art von Freundschaftsdienst ist das nun wieder?
        • 😒 Herbert, du hast die Vollmachten zur Renovierung, der Besitz liegt jedoch noch in Suchys Händen. Nur er kann mich rauswerfen.

Mehlmann spielt mit Selbstmordgedanken

  • ALLES haben sie mir zerstört, diese Terroristen.
  • Wäre wohl besser, wenn ich mir ein Ende setze
    • Aufhängen? - Ne, das sieht unschön aus
    • Vom Dach springen? - Auch eklig
    • Gift? - Wäre präzise aber keines zur Hand
    • Gillette-Klinge - Das wäre doch was, mit dem Werkzeug des magenkranken Erfinders

Lichtblau betritt das Schloss 🏰

  • Durch den Regen daher kommt Suchys guter Freund Lichtblau, völlig durchnässt
    • Kathi ist erschrocken - ein Jud im Regen, dass kann schon manchen Angst machen.
  • Es wird schnell nach trockenem Gewand gesucht, am ehesten die Schuhe von Kathi

8. Schallerbach und die Auferstehung

Angst um Mehlmann

  • Kathi schlägt Alarm - der Spätaufsteher Mehlmann ist nicht im Zimmer
    • Suchy findet einen Abschiedsbrief - Alles ist gescheitert, es ist aus…AUS
      • Ist der große Unternehmer etwa so wackelig auf den Beinen?
  • Jutta und Michael werden zur Rede gestellt
    • Petrik verschweigt zunächst Mehlmanns Bestechungsversuche (Juttas Kaufsumme) - Ich hab ihn aus meinem Zimmer geworfen
    • Jutta bedrückt - Ich hab ihm den Tod gewünscht
    • Kathi (aus dem Off) - Ich hab nicht genug gebetet - Heilige Mutter, Rosi-Tante, mach dass alles gut ausgeht, ich muss büßen!!!

Die große Suche )

  • Alle machen sich auf die Suche nach Mehlmann
  • Wöber etwas verunsichert - der einzige vernünftige Geschäftsmann wird wohl auch hier verrückt…ich muss mich vorsehen!
    • Wenn sich wer bei so einem Wetter umbringen will, dann eher drinnen.
    • Dennoch beginnt die Gruppe außerhalb mit der Suche
      • Suchy ohne Juttas Hilfe - Der Stock ist das menschlichste, was er momentan als Stütze nutzt.
      • ein steinerner Anchises weint im Garten, Petriks Jacke ist schwarz vom Regen
  • Petrik sucht sogar hinter verschlossenen Türen
    • Eigentlich sinnlos, wie soll er denn ohne Schlüssel reingekommen sein?
  • Endstation Dachboden - Da liegt er, Heribert Mehlmann, ganz zusammengekauert.
    • Er ist tot…oder doch nicht?
    • Mit dem Gillette-Typen ist es bei einem Versuch geblieben.
    • Das Trauerspiel hat ein Ende, Kathi kocht Kaffee für den Auferstandenen.

Blitzlichtgewitter

  • Schallerbachs Medien-Team erscheint im lauten Getöse

    • Filmmensch Karner mit Kamera-Crew - Wenig Licht für Filme, Leica-Blitze sind jedoch ausgiebig möglich.
    • Chauffeure unterhalten sich mit Kathi - Die Kutscher von heute!
    • Das Komitee für die Schwarzwasser-Kulturtage werden festgelegt
      • Schallerbach als Intendant
      • Sauer als Generalsekretär
      • Mehlmann als Vertretung
  • Suchy merkt, seine Kontrolle ist weg, doch ist Ruhe das, was er momentan am meisten wünscht.

  • Die Gäste lassen die Korken knallen und stoßen auf das Leben an…sind sie aber wirklich am Leben? Oder ist es mehr eine Sache wie in ZK-071-PSY-Anna Karenina - wenig schöne Schablonen, viele hässliche Abweichungen

  • Jutta realisiert - all diese Zusammentreffen entspringen dem reinen Zufall.

    • Fehlte ein Element, die ganze Veranstaltung würde so nicht stattfinden können.
  • Nach dem großen Getöse verschwinden die Maschinen wieder, das Schloss bleibt zurück in Dunkelheit, Einsamkeit und Nässe.

9. Die Gerechten 36

  • Lichtblau bemerkt das eingestürzte Dach
    • Das Diana Deckenbild wurde begraben, die hat es nun wenigstens hinter sich
    • Das wäre am Vortag fataler gewesen

Suchy fragt Lichtblau um Rat

  • Wie kann man diesen Beziehungsknoten am besten lösen?
    • Schick die Männer weg, Jutta soll in deren Abwesenheit einen klaren Kopf bekommen.
    • Früher hat man sich einfach duelliert
  • Lichtblau: Ich bin ein einfacher Jud und kein Gelehrter
    • Suchy: Deshalb frag ich dich ja, du bist und bleibst der Beste ❤️

Petrik und Lichtblau am Ufer

  • Petrik trifft Lichtblau bei einem malerischen Sonnenuntergang
    • Er solle Lichtblau mal in Wien treffen (ein neuer Förderer?)
  • Man muss jeden Tag so anfangen, dass man die Dinge immer aufs neue Regeln und Bewerten kann.
    • Nachtrag von Lichtblau, nachdem er Petrik zunächst an seine schmerzliche Zukunft erinnert.
    • Lichtblau fühlt sich egoistisch - sein egoistischer Wunsch, die Lücken der Einsamkeit zu füllen.
  • Egal wie viel man dichten mag und wie viele Aphorismen man auch niederschreibt, nichts kann eine fliegende Wildente am roten Abendhimmel oder die Flugbahn eines fallenden Blattes einfangen.
  • Beim Jüdischen spricht man ja von den “Gerechten 36,” die dafür sorgen, dass die Welt im Gleichgewicht gehalten wird.
    • Warum gerade 36?
    • Brauchte es nicht mehr Menschen, um Frieden zu gewährleisten?

Das Gasthaus “zur ewigen Erde”

  • Suchy zitiert Mehlmann und Petrik zu sich.

    • Wie geplant werden beide zur Abreise gebeten, je schneller desto besser.
      • Mehlmanns ist entsetzt - aber ich bin doch verlobt!
        • Jutta - die Verlobung ist in den nächsten 3 Monaten ausgesetzt
        • Suchy - Egal, wie die entgültige Entscheidung ausfällt: Mehlmann bekommt das Schloss 🏰
      • Petrik versucht Ruhe zu bewahren.
  • Lichtblau, Suchy und Petrik besuchen ein uriges Lokal mit einem noch urigeren Kellner

    • Man muss nicht viel reden, er bringt einfach das, was zur Stimmung passt
    • Suchy wird hier den Rest seiner Tage verbringen
      • Kleine Koje, nur ein Bett und ein kleiner Schreibtisch
      • Bücher könne man ja jederzeit vom Schloss holen.
    • Lasset uns trinken und nicht zuviel denken
  • Chef Kovacz will Geschichten von den Gästen hören

    • von Suchy hört er nie etwas, daher haben die anderen Vorrang
    • Lichtblau erzählt von seinen Erlebnissen in Mexiko - Geschichte von einer Revolution unter religiöser Färbung vgl. ZK-132-POL-Der klischeehafte Anführer (Pluto is a Planet)
      • Ein wiedergeborener Johannes der Täufer stachelt eine Provinz an, Indios gehen auf die Straße im Namen des neuen Herren (vgl. ZK-115-SOC-Querdenken - Schutz vor dem Abstieg und bösen Mächten)
      • Die Regierung schleust einen Christus ein, der sich taufen lassen möchte
      • Der Christus ermordet den Johannes im Mitwirkung des Militärs
      • Christus ist der neue Judas.
        • Kovacz lobt - Ich bin zwar kein gläubiger Indio, die Geschichte ist dennoch spannend.
    • Petrik spricht von der Zukunft und lobt das Lokal
      • Gute Einstellung Junge: ein positives Auge für die Zukunft ist von Vorteil.
  • Maria, die Frau von Kovacz singt noch besinnliche Zigeunerlieder, die sie selbst kaum versteht.

  • Petriks ist begeistert - So ein uriges Lokal ist toll, wo einfach einer da ist für die Gäste, der so viel erlebt hat und sich dennoch für solch eine Arbeit hergibt - vgl. ZK-076-PSY-Drei Alumni-Geschichten - Sinnfindung durch Studieren

    • Suchy - Das ist der große Unterschied zu den Prunkbauten Unsereins
      • Geschichte und Gebäude verfallen mit der Fertigstellung
      • Plätze wie jene von Kovacz sind resistent, weil sie weder schön sind noch eine große Geschichte dahinter haben - Dinge scheinen eher zufällig zusammengeworfen aus verschiedensten Schicksalen.
    • Ein passender Name wäre ja z.B. Die Gaststätte zur ewigen Erde.

Marsch durch die Dunkelheit

  • Das Trio nimmt auf Geheiß Suchys den dunklen Weg durch den Wald
    • Hoppla ein Hindernis, und nicht eines - Sorry, ohne Bediensteten ist es mit der Ordnung leider etwas schwer.
    • Petrik erinnert sich an den Fiebertraum im Schloss, wo er als Äneas mit Suchy Anchises immer tiefer in den Wald stolpert - doch diesmal gibt es anstelle dem Kriegsgewirr Dunkelheit und Totenstille.
      • Schuldgefühle kochen hoch: Er hat den “alten” Mehlmann ermordet.
      • Jutta mit schwarzem Outfit trauert um ihn in der Gruft - mein Gott Michael, was hast du nur angerichtet!?
  • Lichtblau übernimmt das Nachtlicht, die Gruppe sucht den Weg auf die Straße
    • Petrik und Suchy werden von einem Lastwagen in den Graben geschleudert
      • Ersterer überlebt nicht, zweiterer mit einem gefühlten Beinbruch
      • Komisch, dass um diese Zeit ein Laster fährt…wäre Lichtblau prominenter gestanden, der Fahrer hätte wohl alle gesehen.
        • Der überflüssigste Charakter kommt ungeschoren davon, welch Ironie des Schicksals.

10. Erlösung von all dem Übel

  • Lichtblau in seiner kleinen Wohnung in Leopoldstadt zur Untermiete, erinnert sich an das Unfallkommando

    • Der Lastwagen schien die Wanderer bewusst anzupeilen, so sagen es die Reifenspuren
    • Der Wagen selbst ist nur wage erinnerlich - er war schnell und groß.
    • Das Nachtlicht hätte auch trotz seiner Position am Rand genügend gestrahlt!
  • In Folge von Petriks Sturz hat dieser ein tödliches Schädelhirntrauma erlitten

    • Beisetzung ist bei der Parkkapelle, so wünscht es Jutta.
  • Suchy hat sein linkes Bein knieaufwärts verloren, er jedoch noch unwissend im Klinikum.

  • Mehlmann ist innerlich gestorben

    • Er wollte alles renovieren, einen Platz im Olymp der Adeligen sichern, doch der Sinn ist nicht mehr da.
    • Nun ist es sein Freund Michael Petrik, der wie ein Kaiser begraben wird, mit Jutta an seiner Seite als Totenwache.
      • Der Rivale ist fort und kriegt, was er wollte…was nützen die ganzen Statusspiele noch?
  • Kovacz, Bauer, Lichtblau und sogar Mehlmann helfen beim letzten Weg mit.

    • Kovacz, weil sein Gast nicht mehr nach Hause gefunden hat.
    • Karli Bauer, weil er es immer tut - der nächste Sarg kommt bestimmt
    • Lichtblau, der dem jungen Mann mit einem Totenlicht ausgeleuchtet hat
    • Mehlmann, um seinen Rivalen und dennoch Freund die letzte Ehre zu erweisen.
  • Der Pfarrer spricht die Totenpsalme

    • Er spricht in der Sprache der früheren Herrscher und Cäsaren.
    • Ein junger Mensch, so früh gegangen, möge der Herr seiner Seele gnädig sein
    • Das Gebet der Gebete wird angestimmt, Vater unser…und erlöse uns von all dem Übel.
  • Lichtblau fühlt sich schuldig und versucht sich überfahren zu lassen.

    • Doch wird er von einer Menschenmenge zurückgehalten
    • Ein Gendarm zitiert 5 Schilling Ordnungsgeld.
      • Lichtblau wollte den Tod, stattdessen muss er 5 Schilling zahlen…welch Ironie.

11. Das Wasser rinnt gegen Morgen

  • Suchy bekommt mit Lichtblau einen neuen Mieter
  • Mehlmann gibt alles zurück - in einer Absprache mit Lichtblau und Schallerbach ist man zum Schluss gekommen, dass eine Zwangssanierung von Schwarzwasser doch nicht im Sinne aller ist
    • Die bereits erhaltenen Gelder sollen wohltätigen Zwecken zugeführt werden.
  • Jutta kümmert sich verstärkt um Karl Bauers Mutter - es tut gut, einen mit dem Tod ringenden Menschen zu unterstützen.
    • Schloss Schwarzwasser wird zum Erinnerungsgefängnis - 3 Wochen Petrik fühlten sich an wie drei erfüllte Jahrzehnte
    • Karli erinnert: Wir alle sind am Ende für uns alleine verantwortlich.
      • Insgeheim ist er noch immer in Jutta verliebt. Ein Grund, warum er wohl noch immer nicht geheiratet hat.
      • Sieh hier, trotz einbrechendem Winter führt der Ast schon frische Triebe.
  • Wassilji merkt, dass Kovacz der Wirt und ehemalige Matrose verschwunden ist
    • Kovacz, der in Wassiljis Sprache kommunizieren konnte und viele interessante Gespräche bei gutem Wein führen konnte.
    • Ein letztes Mal bereitet Wassilji Kartoffeln in der Küche und prüft nach brauchbaren Gegenständen
      • Einst wurde ihm von Finnland erzählt, ein Land, in dem Türen nicht verschlossen wären.
      • Er findet eine Schnitzerei mit einem Ritter, der eine Lanze auf einen Drachen gerichtet hat. - Dieses versteckt er in der Nähe, niemand soll es finden.
    • Gerne würde er bleiben, doch er ist nunmal ein Soldat und muss weiterziehen, zurück in sei, das Wasser rinnt gegen Morgen

Das zwölfte Kapitel

  • Diese Geschichte ist zu Ende und läuft dennoch weiter
  • Lebende im Reich der Toten finden ihren Weg zurück ins Leben
  • Tote wandelnd im Reich der Lebenden und beklagen das Vergangene.