Normen einführen kann schmerzlich sein, vor allem, wenn es Bereiche gibt, die auch ohne schriftliche Grundlagen "funktioniert" haben.
 
Ob nun gerecht oder nicht: Es liefert in jeden Fall einen neuen Blick auf eine bestimmte Thematik.

Übersicht

  • Hannahs Vater ist Arzt, der seine Ordination unter anderem für Deutschkurse zur Verfügung stellte.
  • Die Lehrer für die Deutschkurse wurden aus einer Gruppe pensionierter Personen gewählt.
  • Diese Konvention existierte schon seit längerer Zeit und sollte den Personen neben einer kleinen Beschäftigung auch Kontakt zu einer jüngeren Schicht ermöglichen.
  • Mit den aufkommenden Regelungen des österreichischen Integrationsfonds änderte sich jedoch die rechtliche Lage für Deutschkurse.
    • Hatte es früher gereicht, gemeinsam für eine Prüfung zu lernen, mussten die Kurse nun von einem zertifizierten Personal geführt werden.
    • Dies war in erster Linie der Nachweis einer DaF/DaZ-Ausbildung (mit genügend Praxisstunden) und ein Diversity-Zertifikat.
title: Hannah über neue Zertifizierungsregeln
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Jetzt haben diese Leute über Jahre die Tätigkeit des Deutschlehrens ausgeführt...und von heute auf morgen ist es ihnen einfach verboten worden...ist das nicht unfair?  
 
Ich bezweifle, dass sie überhaupt verstehen, wie mit ihnen umgegangen wird. Ich meine, das war doch eine von den wenigen Beschäftigungen, die wenigstens ein bisschen Licht in das sonst so eintönige Leben einiger hineinbringen konnte.

Sonstige Vermerke

  • Welchen Sinn machen Zertifikate im Allgemeinen?
    • Offiziell kann man durchaus eine Standardisierung anführen;
    • die Personen haben demnach einen Wissensschatz, der das Lehren der deutschen Sprache basierend auf dem neuesten Wissensstand ermöglichen soll.
  • Wie genau oder integer ist der ganze Zertifizierungsprozess?
    • Handelt es sich hier in einem weiteren Verlauf nur um einen Gatekeeper, der lediglich Gebühren einhebt und den Markt künstlich drückt?
    • Oder können hier tatsächlich qualitative Standards eingeführt werden?
      • vgl. DFP-System: EIGENTLICH verpflichtend für Ärzte, um Weiterbildungen zu beweisen.
      • Bei der Arbeit mit der Campus GmbH war aber öfters ersichtlich:
        • Einige Kandidat:innen waren einfach abwesend und haben sich “hinterher” nachgeschrieben.

Weiterführende Literatur

  • Raab, Hannah - “Ein Gespräch beim Nomikai” (2015, Mariannenstüberl)
  1. ZK-100-PSY-Noise - die weniger bekannte Verwandtschaft vom Bias
  2. ZK-075-PSY-False Balance - Akrobatik zwischen Plausibilität und Wahrheit
  3. ZK-112-SOC-Abstiegsangst vs. Aggrieved Entitlement - Privilegien müssen in UNSERER Hand bleiben
  4. ZK-093-PSY-Mumpsimus - Bewusste Verweigerung neuer Erkenntnisse
  5. ZK-021-SOC-Im Bann der Hierarchie - Arbeitsmoral zwischen Toter Fisch vs. Wunderwuzzi
  6. ZK-049-PSY-Frösche und Adler - Perspektiven auf das Leben (Pygmalion Effekt)

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