Übersicht

Wenn eine größere Anzahl von Menschen zusammenkommt, kann es je nach Umständen und Größe zu einem kommen.
Kommen zudem folgende Faktoren ins Spiel, so muss man mit einer erhöhten Gefahr von Gewaltausschreitungen rechnen.

FaktorEffektRemark
EntmenschlichungGruppendenken “Wir gegen die Anderen""Fucking Nazis” vs. “Scheiß Antifa”
gefühlte AnonymitätGefühl, bei moralisch fragwürdigen Aktionen nicht erwischt zu werdenHey, das hat doch jeder schon mal gemacht
Imitation / NachahmungBei unsichern Situationen, die Nachbarn kopieren.Der da hat angefangen!
EmotionalitätEine kollektive Emotionen “für eine Sache” wird geboostet.Wir sind friedlich, was seid ihr?
- Mit den 4 anwesenden Faktoren besteht die Gefahr, das Faktor 5 entsteht - das entladen von negativen Gedanken  
	- Hassgefühle, Rachegedanken und der Wunsch zum Zerstören nehmen Überhand  
	- je nach Gruppengröße eine Herausforderung.  

Grundpfeiler - Sicherheit in bei größeren Gruppen

  • Die Grundfrage ist zunächst, ob man “nur” in Zivil oder für die Sicherheit der Veranstaltung mitverantwortlich sein muss.
    • Im Falle des Ersteren ist Sicherheit und entkommen im Ernstfall wichtig,
    • bei Zweiterem gilt es die Umgebung zu schützen und die Ursache bei Gewaltausbrüchen schnell zu erkennen und gegebenenfalls auszuschalten.

Tipps an zivile Teilnehmende

1) Emotionale Proteste bergen immer ein Gewaltpotential

  • Proteste und Demonstrationen sind von ihrer Natur aus mit emotionalen und moralischen Beweggründen aufgeladen.
    • 🍺 “Booster” gibt es im Falle von Alkoholkonsum
    • 👀 Wenn eine Teilnahme bei einer solchen Veranstaltung unumgänglich ist, empfiehlt sich eine höhere Aufmerksamkeit als gewöhnlich.
      • Dies hilft sowohl beim Erkennen von Aufgeladenen Situationen als auch vor Taschendieben.
      • Regelmäßiges Scannen nach Möglichkeiten für Deckung, Schutz oder Flucht sind empfohlen.

2) Warnzeichen beachten ⚠

  • Ausbrüche von Gewalt ziehen Wellen nach sich -
    • vergleichbar wie ein Stein, der ins Wasser fällt → Ripple-Effekt
  • Unbedingt das Verhalten der Umgebung im Auge behalten.
    • Zusammenrottungen, Geschrei und Drohgebärden sind schon sehr direkte Hinweise darauf, dass die Situation gefährlich wird.

3) Umgebende Personen beobachten - besonders in Hinblick auf Bewaffnung

  • ⚔️ Waffen auf einem Protest sind besonders gefährlich.
    • 🛠️ Dazu zählen auch Werkzeuge und Pyrotechnik 🧨.
  • Erhascht man Personen, die so etwas mit sich tragen, oder eigenartig geparkte Fahrzeuge bzw. Gepäcksstücke, so sollte man einen entsprechenden Sicherheitsabstand einnehmen
    • bzw. die Veranstaltung so rasch wie möglich verlassen.

4) Going Stoic - Evaluate your options before you act

  • Wenn die Action beginnt, empfiehlt sich
    • kurz innezuhalten und seine Optionen zu bedenken:
      • ist ein sofortiges Fliehen angebracht?
      • oder versuche ich Schutz zu finden und warte ab?
  • In geschlossenen Räumen empfehlen sich Notausgänge,
    • weil bei Indoor-Panik die Hauptausgänge als erstes überlastet sind.
    • In Clubs und Bars - sofern in sicherer Höhe
      • verstecken Fenster oft hinter Fassaden, um das Licht zu dimmen.
        • Eine Flucht daraus würde auch eine Option darstellen.

5) Von der Action wegkommen

  • Auch wenn man wegen dem Bystander-Effekt paralysiert sein mag und man die Augen schwer von der Situation wegbekommt
    • die Situation ist in einem Ausmaß, welches man zu kontrollieren nicht in der Lage ist.
    • Kontakt mit anderen Menschen möglichst vermeiden
    • gegebenenfalls einen längeren Weg wählen, wenn die kürzeren Routen durch dichte Mengen führen würden.

6) Auf Kampfhandlungen verzichten

  • Sollte sich von selbst verstehen.
    • Gewalt in Gewaltsituationen zieht weitere Gewalt an.
  • Bei Protesten könnten zusätzlich Sympathisanten von Kämpfern aufkreuzen,
    • zudem werden Sicherheitskräfte ebenso intervenieren.
  • Möglichen Angriffen so gut es geht ausweichen oder notfalls abblocken/reflektieren,
    • Distanz gewinnen, das Weite suchen.

Sonstige Vermerke

  • Welche Parallelen können zu Corona-Protesten gezogen werden?
  • Welche Faktoren kommen bei großen Sportevents zum Vorschein?
    • Was, wenn die “Gruppe” (i.e. Hooligans) schon von Vornherein eine Konfrontation sucht?
      • Handelt es sich hier bereits um eine Art Extremismus bzw. Kultdenken?
  • Welche Rolle spielt Religion für das Aufkommen von Gewalt?

Weiterführende Literatur

  • Christensen, Loren W. Riot: a behind-the-barricades tour of mobs, riot cops, and the chaos of crowd violence. Boulder, Colo: Paladin Press, 2008.
  • Kane, Lawrence A., und Kris Wilder. The Little Black Book of Violence : What Every Young Man Needs to Know about Fighting. Wolfeboro, N.H.: YMAA Publication Center, 2009.
  • Dueck, Gunter und re:publica. re:publica 2015 - Gunter Dueck: Schwarmdummheit!, 2015. https://www.youtube.com/watch?v=rc37ov1iVFQ.
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